Charityturnier im Golfclub Marhördt

Die zwölfte Auflage des Bogeys & friends Business-Cups im vertrauten Gefilde des Golfclubs Marhördt.

Lange hatte Klaus Sattler gegrübelt und gezaudert, ehe er in Übereinstimmung mit dem Hausherrn und dem Präsentationssponsor grünes Licht gab für die zwölfte Auflage des Bogeys & friends Business-Cups im vertrauten Gefilde des Golfclubs Marhördt. Der Spiritus Rector dieser Benefiz-Veranstaltung mit Kult-Charakter wollte sich dem Corona-Diktat nicht beugen und lud trotz weltweiter Verunsicherung im Zeichen der Pandemie seine große Bogeys-Familie und ihren stattlichen Anhang zum temperierten Feiern ins schwäbisch-fränkische Golf-Idyll ein. Der Anlass war, wie üblich, nicht nur das Wiedersehen, sondern auch die Unterstützung sozialer Projekte, wofür respektable 20 000 Euro zustande kamen.

Natürlich war alles nicht so wie sonst. Die Resonanz war zwar ungebrochen, aber ein paar Rückzieher in letzter Minute sorgten für (freilich nur kurze) Verstimmung. Letztlich war der harte Kern der Bogeys nahezu vollzählig am Ball und Tisch, gewohnt herzlich verwöhnt und betreut von Hausherr Peter Noller mit Tochter Ramona und ihrem engagierten Team. Klaus Sattler konnte nach einem anstrengenden Tag mit perfektem Golfwetter und einer diszipliniert verlaufenen Soiree im Eventzelt erleichtert aufatmen. Sowohl organisatorisch als auch sportlich hat wiederum alles gepasst, und vor allem zwischenmenschlich wurden allen Vorbehalten zum Trotz alte Bande gefestigt und neue Verbindungen geknüpft. Mit der gebotenen Distanz, versteht sich. Und auch mit Masken beim Ortswechsel zwischen den Schauplätzen Golf und Gastronomie (erneut Prädikat Spitze).

Zwischen Freiheit und Verantwortung

Knapp 100 Gleichgesinnte, darunter zahlreiche Promis, Oldies und Sympathisanten aus Sport, Wirtschaft, Medien, Kunst und Kultur waren für die Veranstalter der schlagende Beweis für Solidarität und Zusammenhalt. Rückendeckung hatte Ober-Bogey Sattler auch schon bei seinen Planspielen nötig, wobei ihm sein alter Gefährte Gerhard Meier-Röhn als Corona-Flüsterer ein wichtiger Wegweiser war. Das SWR-Urgestein zeigte auch Flagge am Mikrofon und bestärkte die bunt gemischte Gästeschar in ihrer Entscheidung zwischen Freiheit und Verantwortung zugunsten einer sozialen Funktion. Sein Aufruf, den Abend mit Bedacht zu genießen, war ein Munter- und Stimmungsmacher für nahezu alle Beteiligten. Corona war kurzzeitig in den Hintergrund gedrängt, Lebensfreude war spürbar, und die Ereignisse auf der „Bühne“ sorgten für Kurzweil und Gesprächsstoff.

Der allgegenwärtige Klaus Sattler durfte zufrieden sein. Als feinfühliger Moderator führte er ebenso routiniert wie emotional durch das reichhaltige Programm. Ein bisschen leiser als sonst, aber stets mit den richtigen Akzenten. Eine Herzensangelegenheit war für ihn die Vorstellung von Jennifer Sräga, der kleinwüchsigen Vize-Europameisterin der Behinderten-Golfer. Seit ein paar Monaten Neumitglied der Bogeys, zeigte die 20-jährige Schwäbin mit Handicap 4,5 auf Marhördts Fairways mit tollen Schlägen ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten. Tief beeindruckt war vor allem Ex-Fußballstar Hansi Müller, der Europameister von 1980, der als Flightpartner von Jennifer einiges lernen konnte und sich dafür beim abendlichen Bankett als „Fremdenführer“ revanchierte. Neben Müller packten weitere Spitzensportler und Prominente aus Wirtschaft, Medien, Kunst und Kultur in Marhördt ihre Golfschläger aus, darunter Skisprunglegende Dieter Thoma, Boxweltmeister Sven Ottke, die Fußballer Karl Allgöwer, Maurizio Gaudino, Lothar Sippel, Rainer Schütterle, Hans Michelberger, Fechtolympiasieger Alexander Pusch, Kunstradweltmeister Harry Bodmer, SWR Urgestein Gerhard Meier-Röhn, Kabarettist Roland Baisch, Schönheitschirurg Christian Fitz oder Stefan Zieger, Mannschaftsarzt des Stuttgarter Damen Volleyball Meisters sowie die 45-fache Deutscher Meisterin auf der Langstrecke und Let’s Dance-Siegerin der Herzen, Sabrina Mockenhaupt-Gregor.

Soziale Ziele mit 20.000 Euro belegt

Die Integration von Behinderten im Golfsport gehört seit jeher zu den bevorzugten Anliegen der Bogeys und wurde mit einem 3.000-Euro-Scheck für die Aktion „Golf und Inklusion“ des Landesgolfverbands Baden-Württemberg belegt. Der Hauptanteil des Gesamterlöses kommt kranken Kindern zugute. Das Ambulante Kinder- und Jugendhospiz in Schwäbisch Hall (AKI) erhielt 10.000-Euro zur ehrenamtlichen Unterstützung der betroffenen Familien, ein 7.000-Euro-Scheck ging an den Haller Förderverein „Beuteltigerstark“, der sich im Haller Diakonie-Klinikum für kranke Kinder und Jugendliche einsetzt.

Die leichte Muse repräsentierte derweil Jung-Expressionist David Tollmann. Der vielseitig begabte Künstler, der einige seiner Werke zur Dekoration sowie eine persönlich signierte Lithografie zur Versteigerung bereitstellte, fühlte sich auf Anhieb im Kreis der Bogeys zuhause. Genau vor 14 Tagen hatte er die erste Bekanntschaft mit Golfbällen gemacht, bei seinem ersten Turnier in Marhördt erspielte er mit Vorgabe 54 gleich 46 Nettopunkte, schaffte es aufs Treppchen und war hinterher rundum begeistert von den „vielen netten Leuten“ und seinem neuen Hobby. Im nächsten Jahr will der 32-jährige Niedersachse unbedingt wiederkommen und in den Sommerferien einen Malkurs für Kinder veranstalten.

Die Versteigerung des poppigen Frauen-Porträts von David Tollmann brachte übrigens die stolze Summe von 3.000 Euro ein, ersteigert von Sabrina Mockenhaupt-Gregor. Mit einem Gratis-Ständchen aus seinem vielfältigen Repertoire trug Kabarettist und Kleinkunstpreisträger Roland Baisch zum Gelingen des Abends bei. Ansonsten sorgte die Action-Geigerin Daniela G. aus Düsseldorf im Verbund mit Entertainer Thomas Wellershaus für die musikalischen Akzente.

Jana Vogel stiehlt Männern die Schau

Eine Siegerehrung in Sachen Golf gab's natürlich auch noch. Die Bogeys begnügten sich hierbei mit achtbaren vorderen Plätzen, dafür durfte Ex-Torjäger Rainer Schütterle seiner Lebensgefährtin Jana Vogel als strahlender Dreifach-Siegerin gratulieren. Die attraktive Johannesthalerin brillierte mit 32 Brutto-Punkten (neues Handicap 4,4) und heimste auch noch die Preise in den Sonderwertungen Longest Drive (194 m) und Nearest to the Pin ein. Das Herren-Brutto ging an Lokalmatador Marc Kübler (Hcp5,0/31 Punkte) vor Noller-Spross Julian (28). In den drei Nettoklassen siegten Melanie Tittjung vom GC Haus Kambach (A), Lukas Munzinger GC Schwäbisch Hall (B) und Patrick Huber GC Ostseebad Grömitz (C). Den Longest Drive der Herren holte sich Mustaf Halilovic GC Tiefenbach mit 256 Metern. Den Wettbewerb Nearest to the Pin sicherte sich Warren Jacklin GC Tiefenbach mit 2,60 Metern.

Übrigens fabrizierten die 96 Teilnehmer insgesamt 565 Bogeys auf den 18 Bahnen. Im traditionellen Gewinnspiel hatte Karl Ostfalk mit geschätzten 567 die beste Prognose abgeben.

Fazit abseits der Zahlen: Das Wiedersehen zum Zwölften hat Spaß gemacht. Trotz Corona-Bremse und diverser Vorbehalte. Im nächsten Jahr soll alles wieder „normaler“ verlaufen – angeblich bastelt Klaus Sattler schon wieder an der neuen Startliste . . .

Von: ALFRED KOCH